Sparen beim Submetering: Nach Großgesellschaften nun auch genossenschaftliche Kooperationserfolge

Berlin, 26.09.2019: Die Wohnungswirtschaft sieht sich einem zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Druck nach bezahlbarem Wohnraum ausgesetzt. Als Hebel stehen ihr dafür nur die Senkung der Nebenkosten und der eigenen Verwaltungskosten zur Verfügung. Ein mögliches Potential, das seit Jahren bekannt ist, stellt die Abrechnung der Heiz- und Wasserkosten dar. Hatte doch das Kartellamt die oligopolartigen Markstrukturen, die anhaltend hohen Gewinne der Abrechnungsfirmen und die atypische Vertragskonstellation – der Vermieter bestellt, der Mieter bezahlt.

Die Handlungsoptionen der Wohnungsunternehmen wurden intensiv in einer internen Tagung beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vorgestellt, diskutiert und auf Übertragbarkeit auf weitere Wohnungsunternehmen geprüft: diese Optionen reichen von einer Optimierung der Zusammenarbeit mit den Messdiensten – die Stichworte sind hier professioneller Einkauf und Prozessoptimierung – bis hin zum vollständigen Verzicht auf einen Messdienst durch Insourcing der Heizkostenabrechnung (auch “Selbstabrechnung” genannt).

Schlechte Zeiten für Abzocker: Haben große kommunale Wohnungsunternehmen schon vor knapp 10 Jahren damit begonnen, die Wertschöpfung des Submeterings in Eigenregie zu nehmen, so folgen nun erste Genossenschaftsbünde nach. Ein großer Verbund Berliner Genossenschaften fand sich dazu unter fachlicher Leitung eines führenden Instituts zusammen, um die Optionen einer auszugründenden Einkaufsgenossenschaft zu durchdenken und den Erfolg zu kalkulieren. Begleitet wurde dies durch wohnungswirtschaftliche Begleitstudien des Landesverbandes BBU.

Die messbaren Ergebnisse:

  • unverhältnismäßig hohe Preisunterschiede konnten identifiziert werden
  • hohe Synergiepotenziale sind offenbar
  • das “Ausspielen” kleinerer Genossenschaften aufgrund vorgeblich kleinerer Einzelbestände wird passé
  • Handlungsoptionen werden selbst erfahren, wirtschaftliche Konsequenzen erkenn- und kalkulierbar

Nützliche Nebeneffekte ergeben sich auch: So konnte das “Gateway” als zukünftige Wertschöpfungs-Quelle erkannt werden. Die vorgebliche “Voreinstellung” der Dienstleister auf proprietäre Nutzung des Gateways nur für “eigene” Submetering-Zwecke ist jedoch widerlegt und offenbart die Tatsache, dass fehlende Offenheit auch weiterhin als ein strategisches Instrument für weitere Abzocke eingesetzt werden soll.

Bei der offenen Quartierkommunikation, der Hebung von Wertschöpfungen durch neue digital Geschäftsmodelle in Quartieren werden die Gateways zentrale Funktionen erfüllen. Die Behauptung der Messdienstleister, die Gateway-gestützte Abrechnung von Submetering-Daten bleibe der einzige “Case” für das Gateway ist ebenso falsch wie durchsichtig: Daten sind das Rohöl der Zukunft. Die Wohnungswirtschaft sitzt als zentraler Steuerer neuer digitaler Prozesse in allen Quartieren.

Verführerisch, hier vorgeblich begrenzte Gateway-Funktionen für die “Tasche” der Messdienstleister vorzugaukeln! Doch das ist falsch: Die digital gestützten Optionen für die Wohnungswirtschaft sind immens, um Herr im Quartier zu bleiben. Schon auf der IFA 2019 konnte dies im “E-Haus” des VDE in der Umsetzung begutachtet werden.

Die Entwicklung geht weiter. Schlechte Zeiten für Abzocker. Gute Zeiten jetzt auch für kleinere und mittlere Genossenschaften. Und: gute Zeiten für Synergien! So können Geno-Verbünde auch als Dritt-Dienstleister für andere Genossenschaften auftreten. Noch schlechtere Zeiten für Abzocker!

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