Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft: Dies sind die Prioritäten der Unternehmen

Aus einer repräsentativen Umfrage zum Stand der Digitalisierung und auch den Prioritäten aus der Sicht der Wohnungswirtschaft hat das Netzwerk “green wit IT” zum Herbst 2019 erste Ergebnisse erhoben und ausgewertet. Im engen Dialog mit den Technikausschüssen des GdW und dessen Landesverbänden wurden parallel frühe erprobte Praxisergebnisse aus Wohnquartieren in Reallaboren u.a. auf der IFA 2019 in der “Next Generation”-Halle im Kontext aus Infrastruktur und innovativen Anwendungen ausgestellt. Manch kritische Frage wurde dazu gestellt. Die Ergebnisse der Umfrage werden wie folgt zusammen gefasst:

Auf die Frage: “Haben Sie sich bereits mit einer Digitalisierungs-Strategie auseinandergesetzt”? antwortete der überwiegende Teil (41%) der Unternehmen: “Wir haben mit einer Klärung unserer Schwerpunkte für die Digitalisierung aktuell begonnen“. Hingegen berichteten 32%, eine Digitalisierungs-Strategie sei in der internenen Abstimmung. Eine bereits verabschiedete Digitalisierungs-Strategie haben nach eigenen Angaben 23%. Überraschend ist die Tatsache, dass nur 9% angaben dass ” wir den Themenkomplex noch nicht begonnen haben, dies aber in Kürze tun wollen“. Und nur 5% haben noch nicht begonnen.

Mit der Einschätzung der Relevanz konkreter ERP-Prozesse für die Unternehmen präzisierten die Unternehmen das allgemeine Thema “Digitalierung” an folgenden angebotenen Details: Klarer Hit war die “Erhöhung der Datensicherheit“. Hier waren parallel erste hoch sichere Anwendungen unter dem Schutz des neuen deutschen “Grundschutz-Standards des “Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)” erstmals auf der IFA angeboten worden. Knapp dahinter erschienen die Prozesse “Mieterakte digitalisieren“, “Heizwärme-Erfassung/Abrechnung neu gestalten“, der “Quartierkommunikation der Mieter mit uns” und “alle ERP-Prozesse als mobile App für Mieter” mit der ” Heizwärme-Visualisierung auf dem Mieter-Smartphone“. Auch dazu waren im E-Haus des VDE live die erprobten ersten Prozesskomponenten vorgestellt worden. Etwas abgeschlagen war hier die “Quartierkommunikation der Mieter untereinander”.

Danach ging es ans “Eingemachte” in Bezug auf die tagesaktuellen Anwendungen zum Monitoring: Erwartungsgemäß war hier das Thema ” Störfallerkennung/-management” vorn, hart gefolgt allerdings von der ” Vorausblickende Regelungen” und der ” bidirekionalen Verwaltung unserer Erzeugeranlagen“. Geringer wurden die Themen “Digitale Fahrkurvenoptimierung” und “Auswertungen in alle Abteilungen kommunizieren” priorisiert.

Der weitaus spannendste Punkt war natürlich die Energieeffizienz/optimierung im Quartier”. 20% der Unternehmen berichteten, dass sie noch über große Bestandsanteile an 1-Rohr-Heizungen verfügen. Nur 40% verfügen über ein umfangreiches Energie-Monitoring. 35% aller Unternehmen lassen die Heizwärme-Prozesse zur Abrechnung warmer BeKo durch Dritte erledigen und immerhin schon 30% bieten den Mietern konkrete Energie-Effizienzhilfen an. Zu den Prioritäten der kommenden Investitionen befragt, antworteten die Unternehmen wie folgt:

Spitzenreiter war die erklärte Absicht, “unsere Fachleute an Digitalisierungsprozessen zu schulen“, gefolgt von den Prioritäten: “eine umfassende Digitalisierungs – Strategie entwickeln (lassen)“, “low invest Effizienz-Prozesse analysieren und umsetzen“, ein eigenes Monitoritoring-System etablieren und dafür auch ” externe Hilfe für einzelne Aufgaben der Digitalisierung in Anspruch nehmen“. Auch die Inanspruchnahme von Innovations-Fördermitteln aus diversen Programmen ist noch hoch im Kurs, auf den hinteren Rängen rangieren dagegen die Wünsche “eine mobile App für die Mieterkommunikation entwickeln (lassen)” und “eine Stabstelle Digitaisierung schaffen“.

Von 565 befragten kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen haben 110 Unternehmen (knapp 20%) die Umfrage geöffnet, 23 Unternehmen (knapp 4%) haben mit einer Bearbeitungszeit von 2-4 Minuten (im Durchschnitt) die Fragen beantwortet.

Ausdrücklich waren Anregungen zur Ergänzung angefragt. Es kam jedoch nur eine Anregung: “IoT”.

Unser Netzwerk wird weiter an der Anpassung konkreter Lösungen arbeiten, diese im frühen Stadium mit Pilotpartnern ausprobieren und über die Ergebnisse laufend berichten.

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